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«Wir wollen keinen Krieg gegen Wildtiere», sagte der Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland- Pfalz
Bundeswehr gegen Wildschweine, das haben Bauern und Winzer in Rheinland-Pfalz gefordert. Die Jäger reagierten empört: «Wir wollen keinen Krieg gegen Wildtiere», sagte der Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland- Pfalz (LJV), Kurt Alexander Michael, am Sonntag. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd hatte am Freitag militärische Hilfe verlangt, weil die Schwarzkittel auf Feldern und Äckern zunehmend drastische Schäden anrichteten.
Mit normalen Jagdmethoden sei das Problem nicht mehr zu lösen, sagte Bauernpräsident Norbert Schindler. Jäger-Präsident Michael zeigte sich empört: «Sollen vielleicht Kampfjets des Typs Tornado oder Leopard-Panzer zum Einsatz kommen?» (…) «Hier wird buchstäblich mit Kanonen auf Spatzen beziehungsweise Wildschweine geschossen.» Davon abgesehen sei für die Ernteschwierigkeiten ausschließlich das schlechte Wetter verantwortlich.
Die Bejagung von Schwarzwild muss in den Händen der Jäger bleiben.
Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) kritisiert die Aussagen von Norbert Schindler, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd (BWV), aufs Schärfste. Die Bejagung von Schwarzwild muss in den Händen der Jäger bleiben.
Bauernpräsident Norbert Schindler regte in einem Zeitungsartikel den Einsatz der Bundeswehr gegen Wildschweine an. „Herr Schindler kann diese Aussage unmöglich ernst gemeint haben, oder es handelt sich um einen ebenso verspäteten wie schlechten April-Scherz. Hier wird buchstäblich mit Kanonen auf Spatzen beziehungsweise Wildschweine geschossen“, so Kurt Alexander Michael, Präsident des LJV. „Die Jagd auf sämtliches Wild muss in den bewährten Händen der Jägerschaft bleiben. Wir wollen keinen Krieg gegen Wildtiere.“ Laut Schindler, seien die Schwarzkittel ein Grund dafür, dass sich die Ernte verzögert habe. „Unsinn“, hält Jägerpräsident Michael dagegen, „daran sind ausschließlich die extremen Niederschläge schuld!“
Michael fragt sich, wie sich Schindler den Einsatz der Bundeswehr vorstellt: „Sollen vielleicht Kampfjets des Typs Tornado oder Leopard-Panzer zum Einsatz kommen? Als Bundestagsabgeordneter sollte Herr Schindler wissen, dass für einen solchen zweckfremden Einsatz Jagdgesetze und möglicherweise sogar das Grundgesetz geändert werden müsste.“ Darüber hinaus verfügten weder die Soldaten über das notwendige Knowhow, noch sei die bei der Bundeswehr verwendete Munition geeignet, um eine effektive und waidgerechte Jagd auf die Borstentiere auszuüben.
Dort, wo es aufgrund der starken Vermehrung der Wildschweine Probleme gebe, seien die Jägerinnen und Jäger fast Tag und Nacht im Einsatz. „In nahezu allen Fällen arbeiten dann Landwirte und Jäger eng zusammen und können so – z.B. durch Elektrozäune und das Freilassen von Schussschneisen in unübersichtlichen Kulturen – größere Schäden an landwirtschaftlichen Feldfrüchten verhindern“, erklärt Michael.
Mit seinem provokanten Vorstoß schüre Norbert Schindler einen völlig unnötigen Streit zwischen Jägern und Landwirten. „Bei solch abstrusen Ideen können wir ja fast schon froh sein, dass er ‚nur’ die Bundeswehr einsetzen will und nicht gleich die Nato in Marsch setzen möchte“, scherzt Michael abschließend.
Weitere Informationen erhalten Sie von:
Erhard Bäder
LJV-Geschäftsführer
Tel.: 06727/89 44-0
E-Mail: e.baeder@ljv-rlp.de
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