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Allein zurückgelassen oder ausgesetzt

Verwilderte Katzen zunehmend ein Problem für heimische Tierwelt

Haustiere gelten für viele Menschen als bester Freund. Trotzdem werden sie immer wieder ausgesetzt. Besonders zur Zeit der Sommerferien verzeichnen Tierheime einen deutlichen Anstieg an Neuzugängen. Nach §3 des Tierschutzgesetzes, ist es verboten Tiere auszusetzen, darauf weist der Deutsche Jagdverband (DJV) mit Beginn der bundesweiten Sommerferien hin. Zudem legen Studie nahe, dass verwilderte Haustiere zunehmend zur Gefahr für die heimische Tierwelt werden.

Weltweite Studien belegen, dass Hauskatzen einen Einfluss auf den Rückgang einzelner Vogelarten haben können: Laut einem aktuellen Gutachten der Wiener Universität für Biodiversitätsforschung (Hackländer et al., 2014) halbierten sich in den vergangenen 30 Jahren die städtischen Populationen von Star und Haussperling. Parallel wurde ein steter Anstieg von streunenden Katzen verzeichnet. Und Katzen sind beliebt: 2013 lebten 12,3 Millionen der Stubentiger in deutschen Haushalten – laut dem Statistik-Portal ?statista‘ Spitzenreiter unter den Haustieren. Angesichts dieser Zahlen empfiehlt der DJV Kommunen das „Paderborner Modell“ anzuwenden. Dieses sieht eine Registrierungs- und Kastrationspflicht für Hauskatzen vor. Es wird bereits in mehreren Landkreisen angewendet.

Wenn das eigene Haustier wegen der anstehenden Ferien zum Problem wird, weil es nicht mitgenommen werden kann, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die Betreuung sollte dem Wesen des Tieres angepasst werden. Hunde sind am liebsten immer und überall dabei. Im Gegensatz dazu bleiben Katzen lieber in ihrem vertrauten Revier. Auch Kleintiere wie Kaninchen, Hamster oder Maus bleiben lieber zu Hause. Hilfreich ist es, das Haustier frühzeitig mit seinem Betreuer vertraut zu machen. Dieser sollte umfassend über seinen Schützling informiert werden. Nicht nur Fütterungsverhalten und Auslauf sind wichtig, auch Krankheiten, den in Notfällen anzusprechenden Tierarzt und spezielle Pflegebedürfnisse sollten bekannt sein. Sicherlich ist es nicht immer leicht eine geeignete Betreuung zu organisieren. Neben Tierpensionen bieten viele Züchter an, die Urlaubsbetreuung ihres Zöglings zu übernehmen. Außerdem können nützliche Tipps beim Tierarzt erfragt werden.


Weiterführende Studien zum Einfluss von Katzen:

K. Hackländer, S. Schneider und J.D. Lanz (2014): Gutachten „Einfluss von Hauskatzen auf die heimische Fauna und mögliche Managementmaßnahmen“. Universität für Bodenkultur. Wien.

S.R. Loss, T. Will und P.P. Marra (2013):
The impact of free-ranging domestic cats on wildlife of the United States. Nature Communications. Nr 4, Artikelnummer 1396, DOI: 10.1038/ncomms2380.

O. Geiter, S. Homma, R. Kinzelbach (2002): Bestandsaufnahme und Bewertung von Neozoen in Deutschland. Untersuchung der Wirkung von Biologie und Genetik ausgewählter Neozoen auf Ökosysteme und Vergleich mit den potenziellen Effekten gentechnisch veränderter Organismen. Heft 25/2002, Umweltbundesamt. Berlin. ISSN 1862-4804.

M. Woods et al. (2003): Predation of wildlife by domestic cats Felis catus in Great Britain. Mammal Rev. 2003, Volume 33, No. 2, 174–188.

J.S. Coleman, S.A. Temple und S.R. Craven (1997): Cats and Wildlife. A Conservation Dilemma. In: wildlife.wisc.edu, University of Wisconsin.

statista (2013): „Studien und Statistiken zu Haustieren“. http://de.statista.com/themen/174/haustiere/


25. Juli 2014 (djv) Berlin


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Kreisjägerschaft Hagen e.V. 2014

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