Aufbewahrung von Waffen - Kreisjägerschaft Hagen e.V.

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Aufbewahrung von Waffen

Waffen

Schusswaffen und Munition müssen immer getrennt und sicher aufbewahrt werden.

Für alle Schusswaffen, auch für erlaubnisfreie, gilt:
Schusswaffen dürfen Sie nur getrennt von Munition aufbewahren, sofern Sie diese nicht in einem Sicherheitsbehältnis aufbewahren, das Sicherheitsnormen entspricht (mindestens Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandgrad 0 (Stand Mai 1997) oder einer Norm mit gleichem Schutzniveau eines anderen Mitgliedstaates des Übereinkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Mitgliedstaat)). Ein Behältnis der Sicherheitsstufe B nach VDMA – Norm 24992 ist für die gemeinsame Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition nicht ausreichend.

Erlaubnispflichtige Schusswaffen:
Diese Waffen müssen Sie in einem Sicherheitsbehältnis aufbewahren, das mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandgrad 0 (Stand Mai 1997) oder einem gleichwertigen Schutzniveau entspricht. Wenn Sie Schusswaffen getrennt von Munition aufbewahren, gilt als gleichwertig insbesondere ein Behältnis der Sicherheitsstufe B nach VDMA.

Ausnahmen: Bis zu zehn Langwaffen können Sie auch in einem Behältnis aufbewahren, das der Sicherheitsstufe A nach VDMA 24992 (Stand 1995) oder einer Norm mit gleichem Schutzniveau eines anderen EWR-Mitgliedstaates entspricht. Haben Sie mehr als 10 Langwaffen im Besitz, können diese in weiteren Behältnissen der Sicherheitsstufe A verwahrt werden. Sie können mehr als 10 Langwaffen aber auch in einem Behältnis aufbewahren, das mindestens dem Widerstandsgrad 0 der Norm DIN/EN 1143-1 oder Sicherheitsstufe B der VDMA-Norm entspricht.

Kurzwaffen dürfen Sie nur zu jeweils 5 Exemplaren in einem Behältnis, das mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandgrad 0 oder der Sicherheitsstufe B nach VDMA-Norm verwahren. Besitzen Sie mehr als 5 Kurzwaffen, ist ein weiteres Behältnis mit dem Widerstandstandgrad 0 oder ein weiterer B-Schrank erforderlich. Sie können mehr als 5 Kurzwaffen auch in einem Behältnis verwahren, das mindestens dem Widerstandsgrad 1 der Norm DIN/EN 1143-1 entspricht. Das gilt auch für verbotene Waffen, die Sie mit einer Ausnahmegenehmigung besitzen.

Waffenschränke der Sicherheitsstufe A, in denen ein Innenfach der Sicherheitsstufe B integriert ist, sind zulässig. Sie können Kurzwaffen und Munition in einem Innenfach mit der Sicherheitsstufe B verwahren.

Sie können Waffen auch in Räumen aufbewahren, die vergleichbar gesichert sind; das ist der Fall, wenn die DIN/EN 1143-1 Norm erfüllt wird.

Erlaubnispflichtige Munition können Sie auch separat in Stahlblechschränken ohne Klassifizierung, jedoch mit Stangenriegelschloss, oder in einem gleichwertigen Behältnis lagern, wenn sie nicht zusammen mit den Waffen in Behältnissen gelagert wird, die mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandgrad 0 entsprechen.

Wenn Art und/oder Anzahl der zu verwahrenden Waffen oder der Ort der Aufbewahrung deutlich vom Regelfall abweichen (z.B. bei Waffensammlern, Aufbewahrung in Ferienhäusern u.ä.), ist ggf. eine Einzelfallprüfung erforderlich; dabei können ein höherer Sicherheitsstandard angeordnet, in begründeten Ausnahmefällen auf Antrag auch
ein niedrigerer Sicherheitsstandard festgelegt werden.

Für die sichere Aufbewahrung entsprechend den gesetzlichen Vorschriften sind primär Sie selbst verantwortlich.
Eine Verpflichtung, die zur sicheren Aufbewahrung getroffenen Maßnahmen der Behörde von sich aus zu melden, gibt es nicht.

Waffen- und Munitionsbesitzer sind jedoch verpflichtet, die getroffenen Maßnahmen der Behörde nachzuweisen,
wenn diese es verlangt. Wenn Sie feststellen, dass bei der Aufbewahrung Ihrer Waffen und Munition
die o.g. gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt sind, müssen Sie ergänzende Maßnahmen zur Gewährleistung einer sicheren Aufbewahrung treffen und dies der Waffenbehörde nachweisen. Sie können den Nachweis der sicheren Aufbewahrung im Regelfall durch Vorlage einer Lieferbescheinigung oder Kaufquittung des Händlers, aus der die Personalien des Käufers sowie Art, Anzahl und Sicherheitsnorm des/der Waffenschranks/Waffenschränke hervorgehen müssen, erbringen.

Nach einer Mitteilung des Bundesinnenministeriums werden vermehrt Waffenschränke im Waffenhandel angeboten, die zwar nach den angebrachten Etiketten den Eindruck vermitteln, dass sie einer gewissen Sicherheitsstufe entsprechen, diese tatsächlich jedoch nicht erfüllen. Betroffen sind insbesondere Waffenschränke mit einer Eingruppierung der Sicherheitsstufen nach der VDMA-Norm. Wenn Sie einen solchen Waffenschrank besitzen sollten, können Sie sich gegenüber der Behörde nicht auf die Etikettierung berufen, sondern müssen zur Sicherstellung der sicheren Aufbewahrung einen den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Waffenschrank erwerben. Die Beweislast, dass ein konkretes Behältnis einer bestimmten Sicherheitsstufe bzw. einem bestimmten Widerstandgrad entspricht, tragen dabei Sie.

Bestehen Zweifel über die Richtigkeit der Etikettierung von Waffenschränken, wenden Sie sich bitte an den Hersteller, Importeur, Händler oder die Beratungsstelle der Kriminalpolizei.

Die im Gesetz geforderten Sicherheitsnormen stellen einen Mindeststandard dar. Wenn vorhandene Waffenschränke, Tresore oder gesicherte Räume die Anforderungen dieser Sicherheitsnormen erfüllen oder sogar überschreiten,
ist eine Aufbewahrung der Waffen und Munition hierin gesetzlich zulässig.

Die Verpflichtung zu prüfen, ob die vorhandenen Waffenschränke die gesetzlich geforderten Standards erfüllen,
obliegt Ihnen selbst. In Zweifelsfragen wenden Sie sich bitte an die Beratungsstelle der Kriminalpolizei, die Hersteller oder die lizenzierten Händler von Waffenschränken.

Eine generelle Verpflichtung, der Behörde nachzuweisen, dass Sie Waffen und Munition sicher aufbewahren, gibt es nicht. Einen entsprechenden Nachweis müssen Sie aber dann erbringen, wenn die Behörde dies verlangt oder wenn die bisherige Aufbewahrung den gesetzlich geforderten Standard nicht erfüllt hat und Sie zusätzliche Maßnahmen zur sicheren Aufbewahrung getroffen haben.

Werden der Behörde Hinweise oder Tatsachen bekannt, dass die Vorschriften zur sicheren Aufbewahrung nicht erfüllt sind, werden Sie im Regelfall aufgefordert, die sichere Aufbewahrung nachzuweisen oder durch geeignete Maßnahmen herzustellen. Wenn Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen oder wenn die Behörde Zweifel an einer sicheren Aufbewahrung hat, kann sie verlangen, dass ihr zur Überprüfung Zutritt zum Ort der Aufbewahrung gewährt wird.
Das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung wurde durch das neue Waffengesetz insoweit eingeschränkt.

Verstöße gegen die gesetzlichen Bestimmungen zur sicheren Aufbewahrung stellen eine Ordnungswidrigkeit dar,
die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.

Schwere Verstöße gegen die Vorschriften zur sicheren Aufbewahrung können darüber hinaus auch Ihre waffenrechtliche Zuverlässigkeit in Frage stellen und ggf. einen Widerruf der erteilten waffenrechtlichen Erlaubnisse zur Folge haben.


© Kreisjägerschaft Hagen e.V. 2014


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