Remmel lässt die Spargelkönigin im Regen stehen - Kreisjägerschaft Hagen e.V.

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Remmel lässt die Spargelkönigin im Regen stehen

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Zum „Spargelgate“ des NRW-Umweltministers erklärt der Landesjagdverband:
 
Die nach Medienberichten zweifellos auf Initiative von Minister Johannes Remmel (Grüne) erfolgte Absage der Eröffnungsveranstaltung zur Spargelsaison in Werne (Kreis Unna) angesichts der auch dort angekündigten Jägerproteste gegen ein ideologisches Jagdgesetz war unnötig und leichtfertig. Remmel hat Spargelkönigin Helene I. bei schönstem Frühlingswetter im Regen stehen lassen, weil er kalte Füße bekommt wegen des immer stärkeren Protests gegen seine Politik.
 
Der Protestaufruf der örtlichen Kreisjägerschaft ist Teil der vielen lokalen Aktionen von Jägern und Landleuten gegen das geplante Landesjagdgesetz („Für Land und Leute! Schluss mit den Verboten!“). Führende Politiker der größeren Regierungsfraktion SPD haben dabei der Jägerschaft erhebliche Änderungen an dem von Remmel vorgelegten Gesetzentwurf zugesagt, so der Fraktionsvorsitzende Norbert Römer und Generalsekretär André Stinka beim politischen Aschermittwoch der NRW-SPD in Schwerte.
 
Jäger und Landleute sind lieber in der Natur als auf Demos. In den vergangenen Monaten haben sie aber auch das Demonstrieren gelernt. Bei einer Großdemonstration des Landesjagdverbandes und der anderen Naturnutzerverbände am 18. März 2015 versammelten sich 15.000 Teilnehmer vor dem Landtag in Düsseldorf. Dabei ging nicht eine Glasscheibe zu Bruch, kein Polizeiauto wurde angezündet und schon gar niemand wurde verletzt. Die Protestwiese blieb blitzsauber. Das gilt für alle anderen Protestaktionen der Jäger, die Minister Remmel durch seine verfehlte Jagdpolitik derzeit provoziert.
 
Auf der Großdemonstration am 18. März hatte Remmel, der jetzt der Spargelkönigin einen Korb gab, noch vor den Jägern und Landleuten sprechen wollen. Da er aber zuvor geäußert hatte, seine Arbeit getan zu haben und nun das Parlament am Zuge sei, sind dort die Fraktionsvorsitzenden der im Landtag vertretenen Parteien zu Wort gekommen. Der stv. SPD-Fraktionsvorsitzende Jochen Ott hat dort erneut erhebliche Änderungen an Remmels Gesetzentwurf angekündigt, namentlich bei der vorgesehenen Wiedereinführung der Jagdsteuer und der um mehr als hundert Arten reduzierten Liste des Wildes. Dort ist deutlich geworden, dass außer Remmel und den Grünen keine Fraktion wirklich hinter dem Jagdgesetzentwurf steht.
 
Die Düsseldorfer Koalition hat bereits an dem Gesetzentwurf erste Abstriche vorgenommen. Für den LJV gibt es weiterhin 13 Knackpunkte:
 
1. Der geplante Eingriff in den Katalog der jagdbaren Arten ist ein maßloser und verfassungswidriger Angriff auf die Eigentums- und Handlungsfreiheit. Er missachtet die Hegeleistungen der Jäger für mehr Artenvielfalt und gibt dem Wild weniger statt mehr Schutz. 
 
2. Die geplante Einführung von jährlichen Schießnachweisen und die geplante Verpflichtung auf bleifreie Büchsengeschosse greifen die Regelungskompetenz des Bundes an.
 
3. Das geplante Verbot der Baujagd belastet die ohnehin gefährdeten Arten weiter, gerade in Niederwildgebieten wie dem Münsterland oder dem Niederrhein.
 
4. Die vorgesehenen Einschränkungen bei der Fangjagd stehen im krassen Widerspruch zu der vom Land NRW angestrebten Biodiversitätsstrategie. Auch sie belasten seltene Bodenbrüterarten weiter.
 
5. Das generelle Tötungsverbot für wildernde Katzen, ohne dass gleichzeitig mildere Alternativen eingeführt werden, verhindert Wildtier- und Artenschutz.
 
6. Das geplante Verbot der Lockjagd auf Rabenkrähen außerhalb der Einzeljagd führt zu erheblichen Schäden in der Landwirtschaft, setzt Tierarten und Bodenbrüter immer größerem Druck von Fressfeinden aus und ist völlig praxisfern.
 
7. Die geplanten Eingriffe bei der Jagd in Schutzgebieten gefährden 20 Prozent der heutigen Jagdfläche in Nordrhein-Westfalen.
 
8. Das geplante Fütterungsverbot von Schwarzwild auch in Notzeiten lässt diese Wildart in der Not verhungern und ist damit absolut tierschutzwidrig.
 
9. Die Einschnitte bei der Jagdhundeausbildung bedeuten nicht mehr, sondern weniger Tierschutz.
 
10. Die geplante Gleichsetzung von Kleinstvereinen ist eine skandalöse Bevorzugung von Minderheiten und eine gesetzlich verordnete Entmachtung des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen als größter Interessenvertretung und Landesvereinigung der Jäger in Nordrhein-Westfalen.
 
11. Die Möglichkeit des örtlichen Verbotes von Kirrungen bezweckt letztendlich ein totales Kirrverbot. Die Mitteilungspflicht per GPS ist praxisfern und erinnert an einen Überwachungsstaat.
 
12. Die geplante Änderung des Landesforstgesetzes beabsichtigt ein Verbot der Anwendung von Wildkameras an Kirrungen und ein erleichtertes Zutrittsrecht für Unbefugte. Es gefährdet zudem das derzeit bestehende Vertrauensverhältnis zwischen Waldbesitzern und Waldbesuchern.
 
13. Die angestrebte Wiedereinführung der Jagdsteuer ist kategorisch abzulehnen. Sie wird selbst von den empfangsberechtigten Kommunen als nicht geboten angesehen. Jäger erbringen in ganz NRW flächendeckend Leistungen für den Tier- und Artenschutz, die mit Sicherheit beispielhaft sind.
 
9. April 2015


©
Kreisjägerschaft Hagen e.V. 2015

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