Tendenziös und mit erheblichen journalistischen Fehlern - Kreisjägerschaft Hagen e.V.

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Tendenziös und mit erheblichen journalistischen Fehlern

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DJV-Präsident prüft rechtliche Schritte gegen „Jäger in der Falle“ im ZDF

„Jäger in der Falle“ hieß die Dokumentation, die im Rahmen der ZDF Sendung „Planet e“ am 19. Januar ausgestrahlt wurde. Bereits die Ankündigung der Sendung ließ Zweifel an Ausgewogenheit und Wahrheitsgehalt der Berichterstattung aufkommen.

Der DJV hatte vorab in einem Frage- und Antwortpapier offensichtliche Vorurteile entkräftet, nachdem eine Stellungnahme des DJV für die Sendung aus Konzeptgründen abgelehnt wurde. Nach Ausstrahlung der Sendung geht DJV-Präsident Hartwig Fischer zu Recht in die Offensive: „Wir prüfen alle rechtlichen Schritte, um eine Richtigstellung vor dem Presserat zu erwirken. Derart einseitige und tendenziöse Sendungen haben im gebührenfinanzierten, öffentlich-rechtlichen Fernsehen nichts zu suchen.“
Wir rufen alle Zuschauer auf, die sich durch die Sendung falsch informiert fühlen, sich zu beschweren. Bitte nutzen Sie dieses offizielle Formular des ZDF:
http://uploadcenter.zdf.de/beschwerde.php

Das Frage- und Antwortpapier des DJV zur Nutzung für die Beschwerde finden Sie
hier.

Mit den dort aufgeführten Argumenten, welche auch dem ZDF bekannt waren, widerlegte der DJV schon im Vorfeld der Ausstrahlung zahlreiche Klischees und Falschbehauptungen von Jagdgegnern. Dennoch schickte das ZDF auch offensichtliche Fehlinformationen über den Äther.
Auch LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg war über die einseitige, tendenziöse und in vielen Punkten sachlich und fachlich falsche Darstellung entsetzt.
Ungeachtet der weiteren Überprüfung durch den DJV waren zahlreiche Mängel eklatant.
Selbst die ebenso geschmacklose wie falsche Behauptung, das Reviersystem und die Pflichtmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften seien durch das Naziregime eingeführt worden, wurde nicht ausgelassen. Richtig ist, dass sowohl das Reviersystem als auch die verpflichtende Mitgliedschaft in Jagdgenossenschaften schon Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland eingeführt wurden.

Teilweise widersprach sich der Beitrag zudem selbst. So wurde einerseits eine imaginäre Fütterungs- bzw. Kirrpraxis als vermeintliche Ursache für die Schwarzwildvermehrung angeprangert, obwohl tatsächlich in den meisten Bundesländern, wie auch in NRW, lediglich das Kirren von Schwarzwild erlaubt und hinsichtlich der Art und Weise rechtlich detailliert beschränkt ist. Genau dieses Kirren wurde für den Kanton Genf, welcher nur auf dem Papier jagdfrei ist, als gutes und innovatives Modell gelobt. Wenn zwei das Gleiche machen, ist es also noch lange nicht das Selbe.
Auch der durch den Film führende Förster bedarf wohl noch der Nachhilfe. So machte er einen überhöhten Verbissdruck auf Laubbäume für die Fichtenanpflanzungen früherer und jetziger Generationen verantwortlich. Richtig ist hingegen, dass sich diese Baumart aus wirtschaftlichen Gründen großer Beliebtheit erfreut und nicht ohne Grund als Brotbaum des Forstes bezeichnet wird.

Weiterhin sah besagter Förster die heimischen Laubbaumarten durch den Wildverbiss regelrecht vom Aussterben bedroht. Demgegenüber weisen die Bundes- und Landeswaldberichte seit Jahrzehnten steigende Laubholzanteile aus. Dies gilt auch für NRW, wo zudem nach Meinung aller Beteiligten kein flächendeckender Wald-Wild-Konflikt besteht.

20. Januar 2014, Berlin/Dortmund (DJV/LJV)

© Kreisjägerschaft Hagen e.V. 2014

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